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Sonntag, 05. Februar 2012

Spritzenhäuser in Brokhausen

Spritzenhäuser

Auf Anordnung der "Hochfürstlichen Regierung" in Lippe wurde das Spritzenhaus 1809 in Brokhausen errichtet.

In dem Erlaß heißt es:

"Da zwischen Detmold und Lemgo, welche über 2 Std. voneinander entfernt sind, nothwendig eine Sprütze gestellt werden muß, so wäre dazu Brokhausen zu wählen. Das Sprützenhaus ist dann in der Nähe der Schule zu erbauen, von da aus kann den nahe gelegenen Orten Klüterberg, Manhenkenhöfe, Loßbruch, Wahmbeckerheide, Brokhausen und Mosebeck schnell zur Hilfe geeilt werden."

Spritzenhaus, Objekt im Wandel der Zeit

Das Spritzenhaus wurde 1809 vom ortsansässigen Zimmermeister Krome erbaut. Die genauen Baukosten sind nicht mehr feststellbar. Weil die Grundschwellen bereits 1827 wegen starker Feuchtigkeit abgängig waren, wurde das Haus 1833 in 1 1/2 Fuß Höhe untermauert und bei dieser Gelegenheit um 5 Fuß verlängert. Diese Reparatur führte Zimmermeister Krome für 48 Tlr. aus.

Am 01. Juli 1891 wurde das Spritzenhaus durch einen Sturm, der 70 bis 80 Dachziegel abwarf, stark beschädigt. Größere Reparaturen an dem Haus wurden jedoch erst vorgenommen, als die neue Spritze untergestellt werden musste. 1911 nahm Zimmermeister Krome einen Umbau und eine gründliche Instandsetzung vor, die 540 Mark kostete. Das Haus wurde, nachdem die Lehmfüllungen herausgeschlagen und das Dach abgedeckt war, mit Hilfe von Winden 85 cm gehoben und mit Bruchsteinen untermauert.

Es enthielt einen Betonfußboden, neue Fenster mit Schutzrahmen und ein zweiflügeliges Tor. Das Dachgebälk wurde teilweise erneuert und 300 neue Dachpfannen angeschafft. 1953 wurde das Tor nochmals verbreitert, weil das neue Feuerlöschfahrzeug "LF 8" (3,4 t Opel-Blitz mit Metz-Aufbau) nicht durch das vorhandene Tor passte. Durch den Neubau des Feuerwehrgerätehauses im Jahre 1956, verlor das alte Spritzenhaus endgültig seine Funktion. Es stand über mehrere Jahre leer, bzw. wurde an Privatleute als Garage vermietet. Da in das Haus nicht mehr investiert wurde, verfiel es von Jahr zu Jahr immer mehr.

Am 28. März 1988 wurde es dann im Rahmen der Globalisierung "privatisiert" und von Hermann Ollenburg erworben, der es in den Jahren 1990 bis 1991, größtenteils in Eigenleistung, unter Mithilfe der Baudenkmalschule, restaurierte.

Folgende Arbeiten wurden durchgeführt:

Das Dach erneuert, die Wände teilweise neu ausgemauert, der Betonfußboden entfernt und mit altem Sandsteinpflaster neu gepflastert, neuer Innenanstrich, das Tor wieder in den Originalzustand versetzt, der Vorplatz mit Sandsteinen gepflastert.

Heute stehen in dem Haus historische Landmaschinen.