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Sonntag, 05. September 2010

LZ-Serie: Die Detmolder Ortsbürgermeister

LZ-Artikel vom 15.05.2010

Detmold-Brokhausen. In Brokhausen lässt es sich gut leben, weiß Ortsbürgermeister Hermann Ollenburg. Trotzdem: Schnelle Internetverbindungen sind nötig, und neue Ortseingangsschilder wären auch nicht schlecht meint er im Interview.

LZ: Was sollte ein Ortsbürgermeister sein?

Ollenburg: Er sollte Ansprechpartner für alle Einwohner des Ortes sein, ohne Rücksicht auf Partei, Konfession und Stand. Außerdem sind menschliche Qualitäten gefragt - er sollte daher korrekt, offen, ehrlich, aufrichtig und freundlich sein, sollte zuhören können, darf nicht rechthaberisch oder überheblich sein, über Durchsetzungsvermögen verfügen, muss auch mal "Nein" sagen können und keine Hoffnungen wecken, wo eine Lösung nicht zu erwarten ist.

LZ: Worin sehen Sie die Chancen des Ortsteiles?

Ollenburg: Brokhausen liegt nahe an der Innenstadt, verfügt über eine gute ÖPNV-Anbindung, und von Brokhausen aus sind Nachbarstädte und andere Orte gut erreichbar. Wir haben einen Kindergarten, einen nahen Lebensmittel-Discounter und verfügen über eine ruhige Lage mitten in der unzerstörten Natur mit hohem Naherholungswert sowie einer aufgelockerten Besiedlung ohne soziale Brennpunkte. Es gibt eine gute Vereinsstruktur, wir haben ein Dorfgemeinschaftshaus, und trotz Modernisierungen hat sich eine dörfliche Struktur mit einem schönen, rustikal gestalteten Dorfmittelpunkt erhalten.

LZ: Was sind derzeit die drängendsten Probleme in Ihrem Ortsteil?

Ollenburg: Wir benötigen in jedem Fall schnelle Internetverbindungen für alle Haushalte in Brokhausen. Überflüssige Verkehrszeichen müssen weg, un des sind neue Ortseingangstafeln erforderlich, damit der Ort als ein Dorf zu erkennen ist.

LZ: Wie bewerten Sie den Stellenwert Ihres Ortsteils bei Politik und Verwaltung?

Ollenburg: Wegen der geringen Einwohnerzahl ist ein geringer Einfluss zu erwarten. Letztendlich kommt es aber nicht auf die Einwohnerzahl an, sondern wie man miteinander umgeht. Ziele kann man nur erreichen, wenn man auch bereit ist, Kompromisse einzugehen.

LZ: Welches Projekt würden Sie vor Ort für 500.000 Euro sofort umsetzen?

Ollenburg: Wegen der schönen Landschaft könnte ich mir - im Zusammenwirken mit den Nachbarorten und der Gastronomie - den Ausbau un ddas Neuanlegen von ausgeschilderten Wander- und Radwegen gut vorstellen. Die bereits geplante Neugestaltung des Dorfteiches würde ich auch realisieren wollen.

 

LZ-Artikel vom 15.05.2010. Die Fragen stellte LZ-Redakteur Sven Koch.

Hermann Ollenburg

ist 62 Jahre alt und Pensionär. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und zwei Enkelkinder. Zwei Drittel der Fläche des Ortsteiles von 4,1 Quadratkilometer bestehen aus Ackerland. 2006 zählte der Ortsteil 620 Einwohner. Lediglich 6 Prozent seiner Fläche sind bebaut. In Brokhausen rollen einmal im Jahr die Osterräder.