Mord an den Externsteinen

Mit „Im Grunde Mord – Blutsbande“ startet das ZDF am Montag, 20. April 2026, um 20:15 Uhr eine neue Krimireihe, die vor unserer Haustür spielt. Der 90-minütige Auftaktfilm schickt ein streitlustiges Geschwister-Ermittlerduo in die Felsenlandschaft bei Horn-Bad Meinberg – und nach Detmold. Wer die Ausstrahlung nicht abwarten möchte, findet den Film bereits in der ZDF-Mediathek.

Worum geht es?

Tourguide Ole Wellenkamp stürzt an den rund 40 Meter hohen Externsteinen in die Tiefe. Die Bergung bringt neben den Sturzverletzungen eine verdächtige Stichwunde zutage – ein Unfall scheidet aus. Kriminalkommissarin Paula Schäfer (Hanna Plaß), die gerade erst aus Hamburg in ihre ostwestfälische Heimat Detmold zurückgekehrt ist, übernimmt den Fall gemeinsam mit ihrem älteren Bruder und Kollegen Leon (Jakob Benkhofer). Im Wagen des Opfers finden die Ermittler mehrere Kilo Düngemittel, aus dem sich Sprengsätze herstellen lassen. Die Spur führt zu einer rechtsextremen Gruppierung namens „Ahnenerben“, die Anschläge auf die regionale Infrastruktur plant. Parallel hängt ein ungelüftetes Familiengeheimnis um den frühen Krebstod der Mutter als roter Faden über der Reihe.

Warum das für uns in Brokhausen interessant ist

Es ist ein seltenes Ereignis: Ein ZDF-Primetime-Krimi mit Detmold als Handlungsort. Die Externsteine, das Hermannsdenkmal und der Teutoburger Wald sind Kulisse einer Reihe, die das ZDF als mindestens dreiteilige Produktion angelegt hat. Drehbuchautor Stefan Rogall hat sich die Region bewusst ausgesucht – er kennt sie vom Pendeln zwischen Rheinland und Norden und wollte sie unbedingt ins Zentrum einer Reihe stellen. Für eine Gegend, die nach Einschätzung der dpa-Filmkritik selbst „vielen Nordrhein-Westfalen fremd“ ist, ist das eine kleine Sensation.

Die Drehorte: Lippe, Detmold – und Hamburg-Marmstorf

Gedreht wurde zwischen Mai und Juli 2025 überwiegend im Kreis Lippe: in Detmold, in Horn-Bad Meinberg und direkt an den Externsteinen. Doch nicht alles, was nach Lippe aussieht, wurde auch in Lippe gedreht. Am 3. Juli 2025 verwandelte die Produktionsfirma Network Movie die traditionsreiche Dachdeckerei Wünsche am Beutnerring im Hamburger Stadtteil Marmstorf für einen Drehtag in den fiktiven Betrieb „Tigges“. Die Fahrzeuge bekamen sogar LIP-Filmkennzeichen, damit die Illusion aufrechtbleibt. Ein nettes Detail für alle, die beim Zuschauen gerne auf Kennzeichen achten.

Das Ermittlerteam

Hanna Plaß spielt die rückkehrende Großstadtpolizistin Paula Schäfer. Sie wurde 1989 in London geboren, wuchs in Oberfranken auf, absolvierte ihre Ausbildung an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule und war zuletzt in „8 Zeugen“ und „Faking Hitler“ zu sehen. Jakob Benkhofer, geboren 1986 in Hamburg, verkörpert ihren in Detmold gebliebenen Bruder Leon, der sich um den dementen Vater – einen ehemaligen Kriminalrat – kümmert. Benkhofer war bis 2019 festes Ensemblemitglied am Schauspiel Hannover und ist heute am Staatstheater Kassel engagiert.

Das Nebenensemble ist ungewöhnlich hochkarätig besetzt: Ann-Kathrin Kramer spielt die Staatsanwältin Britta Everslage, eine Freundin der Familie mit doppeltem Boden. Robert Schupp gibt den Rechtsmediziner Ralf Ächterdiek, den die Wortgefechte der Geschwister sichtlich nerven. Dazu kommen Julika Jenkins, der Österreicher Bernhard Schir als ehrgeiziger Unternehmer Torsten Brokämper sowie Helene Grass, Patrick Joswig und weitere.

Regie und Produktion

Regie führte Bruno Grass, zuletzt verantwortlich für die ZDF-Reihen „Wendland“ und „Theresa Wolff“. Produziert wurde der Film von Bernd von Fehrn und Anne-Lena Dwyer für Network Movie (Hamburg/Köln), Redakteur beim ZDF ist Daniel Blum. Die Kameraführung von Nicolay Gutscher wird von der Kritik besonders für die Landschaftsbilder gelobt. Den Score komponierte Florian Tessloff, als markanter Soundtrack dient „Always A Stranger“ der Tindersticks.

Wie die Kritik den Auftakt bewertet

Das Echo ist überwiegend wohlwollend. Gelobt werden die exzellente Besetzung bis in die Nebenrollen, die Bildgestaltung und – besonders häufig erwähnt – die „bizarre Felsformation der Externsteine“ als Schauplatz. Kritisch angemerkt wird ein stellenweise aufgesetzter Geschwisterkonflikt und eine gewisse thematische Überfrachtung: Rechtsextremismus, politische Karrieren, Familiengeheimnis, Pflegethematik und Patchwork-Dynamik konkurrieren um Sendezeit. Autor Rogall verankert die Reihe in einer soziologischen These – dass die meisten Tötungsdelikte in Deutschland Beziehungstaten sind. Genau diese „Blutsbande“ sollen auch die künftigen Fälle strukturieren.

Sendetermin und Mediathek

  • TV-Premiere: Montag, 20. April 2026, 20:15 Uhr, ZDF
  • ZDF-Mediathek: bereits verfügbar seit 11. April 2026
  • Länge: rund 90 Minuten
  • Fortsetzungen: mindestens zwei weitere Fälle sind geplant

Ausflugstipp für alle, die Lust auf die Drehorte haben

Wer nach dem Film Lust auf einen Ausflug zu den Schauplätzen bekommt, hat es von Brokhausen aus nicht weit: Die Externsteine liegen rund 15 Kilometer südöstlich und sind über die B 239 in etwa 25 Minuten zu erreichen. Der Landschaftsverband Lippe informiert unter externsteine-info.de über Öffnungszeiten und Zugang. Auch das Hermannsdenkmal, das in der Reihe als Kulisse dient, ist nur wenige Autominuten entfernt.